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Großstädte in Deutschland - Gera

Gera ist eine Stadt in Mitteldeutschland. Sie ist nach der Landeshauptstadt Erfurt die zweitgrößte Stadt sowie eines der drei Oberzentren des Bundeslandes Thüringen und hat den Status einer Kreisfreien Stadt. Nächstgrößere Städte sind Chemnitz (ca. 58 km östlich), Leipzig (ca. 60 km nordöstlich), Halle (Saale) (ca. 70 km nördlich) und Erfurt (ca. 74 km westlich von Gera).

Die Einwohnerzahl der Stadt Gera überschritt um 1959 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Es gibt in Thüringen auch einen Fluss mit dem Namen Gera, siehe Gera (Fluss).

Geografie

Gera liegt im östlichsten Zipfel des Freistaates, nahe den Grenzen zu Sachsen-Anhalt und Sachsen im Tal des Flusses Weiße Elster. An der südlichen Stadtgrenze (bei Wünschendorf) tritt diese aus ihrem engen Tal heraus und fließt in eine breite Tallandschaft, in der sich die Stadt Gera ausbreitet. Während der Westrand des Tales relativ steil abfällt, steigt der Ostrand allmählich an.

Gera liegt auf einer Höhe zwischen 180 m ü. NN (Bett der Weißen Elster) und 354 m (bei Gera-Falka im äußersten Südosten). Als Höhe Geras wird meist 205 m über NN angegeben, die Höhe des Marktplatzes.

Gera hat mit dem Geraer Stadtwald im Westen des Stadtgebietes die größte zusammenhängende Waldfläche aller Thüringer Städte. Ein weiteres großes Waldgebiet befindet sich im äußersten Nordwesten der Stadt.

Die hauptsächlich vertretenen Gesteinsarten sind Kalkstein und Rotliegendes. Im Norden des Stadtgebietes gibt es geringe Vorkommen von Braunkohle, die im 19. Jahrhundert abgebaut wurde.

Bei Gera (Weida) liegt die Stelle des südlichsten Vordringens der eiszeitlichen Gletscher (Elster-Eiszeit) in Deutschland.

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Gera. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt:

  • im Landkreis Greiz (Thüringen): Pölzig, Hirschfeld, Brahmenau, Schwaara und Korbußen (alle Verwaltungsgemeinschaft Am Brahmetal), Ronneburg, Kauern, Hilbersdorf, Linda bei Weida und Endschütz (alle Verwaltungsgemeinschaft Ländereck), Wünschendorf (Einheitsgemeinde), Zedlitz, Hundhaupten und Saara (alle Verwaltungsgemeinschaft Münchenbernsdorf), Kraftsdorf (Einheitsgemeinde), Hartmannsdorf und Bad Köstritz
  • im Saale-Holzland-Kreis (Thüringen): Silbitz (Verwaltungsgemeinschaft Heideland-Elstertal)
  • im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt): Breitenbach und Schellbach (Verwaltungsgemeinschaft Droyßiger-Zeitzer Forst) sowie Heuckewalde (Verwaltungsgemeinschaft Schnaudertal)

Wappen

Beschreibung: In schräggestelltem, dreikantigem Schild in Schwarz, ein aufrechtstehender, nach rechts gewandter, goldener, doppelschwänziger, ungekrönter Löwe. Auf der linken Schildecke ein goldener Turnierhelm mit zweiseitigen goldenen und auf der Rückseite schwarzen Blätterverzierungen; über dem Helm links vier Pfauenfedern mit doppelten Pfauenaugen und rechts drei einfache Blätter von gleicher Größe. Die Flagge ist schwarz-gold längs gestreift. Bedeutung: Der Plauener Löwe als Wappentier wurde von den einstigen Territorialherren, den Vögten von Weida übernommen. Er ist bereits seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar. Das heutige Wappen wurde zuletzt 1995 in der Hauptsatzung der Stadt Gera festgelegt.

Geschichte

Frühgeschichte

Das Stadtgebiet Geras ist seit der Altsteinzeit besiedelt. In der "Lindenthaler Hyänenhöhle" wurden im 19. Jahrhundert bedeutende prähistorische Funde gemacht. Das älteste Relikt menschlicher Besiedlung im Stadtgebiet ist ein ca. 80.000 Jahre alter Faustkeil, gefunden bei Gera-Pforten. Um Christi Geburt ist Gera ein Zentrum der Eisenverhüttung. Davon zeugen die Eisenöfen, die in den 1920er und 1930er Jahren bei Gera-Tinz entdeckt wurden und sich heute im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar befinden. Im 6. Jahrhundert verlassen die germanischen Hermunduren im Zuge der Völkerwanderung Ostthüringen, ab dem 8. Jahrhundert ist eine slawische Besiedlung nachweisbar.

Mittelalter

Am 31. März 995 schenkt Otto III. dem Bischof von Naumburg das Gebiet Crossen (nördlich von Gera), in der Grenzbeschreibung wird der Name "Gera" erstmalig erwähnt.

Am 26. April 999 schenkt Otto III. dann das Gebiet Gera seiner Schwester Adelheid, der Äbtissin von Quedlinburg. Danach findet der Name über ein Jahrhundert lang keine Erwähnung mehr. Erst im 12. Jahrhundert tauchen einige "Edle von Gera" namentlich in Urkunden auf, und 1121 und 1146 werden zahlreiche Dörfer im Norden des heutigen Stadtgebietes urkundlich erwähnt, die sich damals im Besitz der Namburger Bischöfe befanden.

1209 erhalten die Vögte von Weida das Gebiet Gera. Aus ihnen gehen die Grafen und Fürsten von Reuß hervor, die die Geschichte der Stadt über sieben Jahrhunderte bestimmen werden.

Wann genau Gera Stadtrecht erhielt, ist nicht bekannt. In einer Urkunde vom 25. Oktober 1237 ist ertmals von den "Bürgern der Stadt Gera" die Rede. Da in einer undatierten Urkunde von ca. 1200 noch vom "Dorf Gera" gesprochen wird, erfolgte die Stadtgründung wahrscheinlich im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts. Über die ersten Jahrhunderte der Stadt weiß man nicht viel. Bereits seit 1234 ist in Gera eine Kirche nachgewiesen. 1254 soll späteren Quellen zufolge das erste Rathaus errichtet worden sein, die Stadtmauer vermutlich im 14. Jahrhundert.

1306 verkauft die Äbtissin Bertradis von Quedlinburg ihre landesherrschaftlichen Rechte über Gera an den Vogt, obwohl sie weiterhin formell Landesherrin bleibt. 1358 schließlich fallen Haus und Stadt Gera als Reichsafterlehen von Quedlinburgan die Markgrafen von Meißen.

Am 15. Oktober 1450 kommt es zu einer starken Zerstörung im Sächsischen Bruderkrieg, von der sich die Stadt jedoch relativ schnell erholt. Zu Bedeutung kommt nun die Textilproduktion, die für die nächsten Jahrhunderte einen der wichtigsten Erwerbszweige darstellen wird. 1401 wird "Gerisch Tuch" zum ersten Mal in Naumburg und 1436 auf der Leipziger Messe gehandelt. In dieser Zeit wurden die Grundlagen für die Blüte der Stadt im 16. und 17. Jahrhundert gelegt.

Frühe Neuzeit

Wie schon erwähnt, stellen das 16. und 17. Jahrhundert eine Blütezeit für Gera dar. Tuchherstellung und Handel florieren, auch das Brauwesen ist bedeutend. Nicolaus de Smit (1541-1623), ein niederländischer Tuchhändler, verbessert um 1600 die in Gera angewandten Verfahren zur Tuchherstellung. Das Haus Reuß hat mit Heinrich Posthumus (1572-1635) in dieser Zeit seinen bedeutendsten Vertreter. 1546 (mit dem Schmalkaldischer Krieg) tritt der Kurfürst von Sachsen und Markgraf von Meißen Gera an die böhmische Krone ab, der böhmische König hat jedoch keinen Einfluss auf Gera. Dennoch besteht das Lehensverhältnis formal bis 1806/07.

Der Dreißigjährige Krieg zieht auch an Gera nicht spurlos vorüber - 1639 zerstört ein von plündernden schwedischen Soldaten gelegtes Feuer die Stadt zu einem Drittel. Auch später wird Gera noch mehrmals von Katastrophen heimgesucht - 1686 verbrennen zwei Drittel der Stadt bei einem durch Fahrlässigkeit verursachten Stadtbrand. Noch übertroffen wird die Brandkatastrophe aber von dem Stadtbrand am 18. September 1780, bei dem praktisch die gesamte Altstadt in Schutt und Asche gelegt wird. 1802 stirbt die Grafenlinie Reuß-Gera aus, durch Vereinigung mit dem Fürstentum Reuß-Schleiz und später mit Reuß-Ebersdorf entsteht das Fürstentum Reuß jüngere Linie.

Spätere Neuzeit

Vom 11. bis 13. Oktober 1806 weilt Napoleon in Gera, er verlässt es am Morgen des 13. Oktober in westlicher Richtung und siegt am nächsten Tag in der Schlacht bei Jena und Auerstedt. Nach den Napoleonischen Kriegen setzt schnell die Industrialisierung ein. 1833 nimmt die erste Dampfmaschine den Betrieb auf, und 1859 wird die Eisenbahnstrecke nach Weißenfels eingeweiht. Der wichtigste Erwerbszweig in Gera bleibt weiterhin die Textilproduktion.

1892 erhält Gera als zweite deutsche Stadt eine elektrische Straßenbahn: 1893 wird in Gera der Deutsche Arbeiter-Turner-Bund gegründet. Im Zuge der Novemberrevolution muss der letzte Fürst von Reuß jüngere Linie im Jahr 1918 abdanken, ab 1920 ist Gera Teil des neugegründeten Landes Thüringen.

Weimarer Republik und Drittes Reich

Wie überall in Deutschland ist die Zeit der Weimarer Republik auch in Gera von politischer Instabilität geprägt. Beim Kapp-Putsch kommt es 1920 in der Stadt zu Unruhen, bei denen fünfzehn Menschen ums Leben kommen. 1922 wird Gera eine kreisfreie Stadt. Aus dem ehemaligen reußischen Bezirksverband Gera und überwiegenden Teilen des weimarischen Verwaltungsbezirks Neustadt/Orla sowie des altenburgischen Landratsamtsbezirk Ronnenburg wird der Landkreis Gera gebildet. 1925 spricht Adolf Hitler erstmals in Gera. Als die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 die Macht im Deutschen Reich übernehmen, hat das auch für Gera fatale Auswirkungen. Der bisherige Oberbürgermeister, Dr. Walter Arnold, muss in den Ruhestand gehen, um dem Nationalsozialisten Walter Kießling Platz zu machen.

Nachdem es schon 1944 zu Bombenangriffen gekommen war, wird die Stadt am 6. April 1945 schwer zerstört. Der Todesmarsch der Buchenwald-Häftlinge führt am 13. April auch durch Gera, acht Menschen werden dabei im Stadtgebiet erschossen.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird die Stadt am 14. April 1945 von den Amerikanern befreit, nachdem es am Vortag noch zu einem militärisch sinnlosen Gefecht an der westlichen Stadtgrenze gekommen war, bei dem dreizehn Menschen ihr Leben verloren hatten. Die Amerikaner setzen Rudolf Paul als neuen Oberbürgermeister ein, der am 7. Mai seine Amtsgeschäfte aufnimmt. Auf Grund alliierter Vereinbarungen wird Gera am 2. Juli 1945 sowjetisch besetzt. Durch die Sowjets beginnt nun der Aufbau des Sozialismus.

DDR-Zeit

Von 1952 bis 1990 ist Gera Hauptstadt des Bezirks Gera), 1959 wird es auch Großstadt. Ab 1972 entsteht im Stadtteil Lusan das größte Neubaugebiet des Bezirkes, Ende der 1980er Jahre leben dort 45.000 Einwohner.

Trotz allem muss man sagen, dass die DDR-Zeit für Gera eine Blütezeit darstellt. Textilindustrie, Elektronikindustrie und optische Industrie garantieren Tausende Arbeitsplätze, auch das kuturelle Leben ist vielseitig - ab Ende der 70er Jahre findet in Gera aller zwei Jahre das Kinderfilm- und -fernsehfestival "Goldener Spatz" statt, 1981 wird das Kultur- und Kongresszentrum eingeweiht, 1984 finden im Bezirk Gera die Arbeiterfestspiele der DDR statt. Bei seinem Besuch in Gera hält Erich Honecker am 13. Oktober 1980 die so genannte "Geraer Rede", in der er sich zu grundlegenden Fragen des Verhältnisses zwischen DDR und BRD äußert. Die Oppositionsbewegung ist in Gera nie so stark wie in anderen Städten des Bezirks, wie dem Industrie- und Universitätsstandort Jena. Nach einer fehlgeschlagenen Aktion der Friedensbewegung (Aktion Kerze) in November des Jahres 1983 kommt es im Herbst 1989 auch in Gera zu Bewegungen gegen die Regierung der DDR. Wie fast überall beginnt es auch hier zunächst mit Friedensgebeten. Im Anschluss eines dieser Gebete schließen sich am 22. Oktober einige hundert Jugendliche zu einer spontanen Demonstration zusammen, und ab 26. Oktober gibt es jeden Donnerstag eine Demonstration. Der Erste Sekretär der SED-Bezirksleitung Gera, Herbert Ziegenhahn, tritt am 2. November zurück. Am 4. Januar 1990 wird die Geraer Zentrale der Stasi als eine der letzten in der DDR von Demonstranten gestürmt. Die Donnerstagsdemonstrationen werden noch bis März 1990 durchgeführt.

Wiedervereinigtes Deutschland

Am 6. Mai 1990 finden in Gera Kommunalwahlen statt, aus denen dieCDU mit Spitzenkandidat Michael Galley als Sieger hervorgeht. Am 22. Juli desselben Jahres wird Gera Teil des neuen Landes Thüringen. Als größte Stadt des "alten" Thüringen in den Grenzen vor 1933 hatte es sich auch um die Funktion als Landeshauptstadt beworben, war aber in der Abstimmung dem zwar früher preußischen, dafür aber größeren und zentral gelegenen Erfurt unterlegen. 1994 werden zahlreiche Orte vor allem nördlich und östlich der Stadt eingemeindet sowie der Landkreis Gera zum 1. Juli aufgelöst und Bestandteil des neuen Landkreises Greiz. Außerdem wird 1994 der Oberbürgermeister erstmals in Geras Geschichte direkt gewählt. Es gewinnt der parteilose Ralf Rauch. Im Zuge des Strukturwandels können durch Eröffnung neuer, über die Stadtgrenzen hinaus bedeutender Einkaufszentren Erfolge verbucht werden. Die Ansiedlung neuer Industriebetriebe hingegen gestaltet sich nach wie vor schwierig.

Religion

Die Bevölkerung der Stadt Gera gehörte anfangs zum Bistum Naumburg. Das Stift Quedlinburg erließ wohl schon vor 1200 eine Kirchenordnung für die Stadt. Gera war Sitz eines Dekanats innerhalb des Archidiakonats Zeitz. 1533 wurde die Reformation eingeführt. Danach war die Stadt über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis. Die Kirche teilte die Geschicke der Landesherren von Reuß. Die kleine "Evangelisch-Lutherische Kirche des Fürstentums Reuß jüngere Linie", deren Sitz sich in Gera befand, schloss sich 1920 mit 6 anderen Landeskirchen Thüringens zur "Thüringer Evangelischen Kirche" zusammen. 1934 schloss sich die "Evangelisch-Lutherische Kirche des ehemaligen Fürstentums Reuß ältere Linie" als 8. Landeskirche an und 1948 nannte sie sich in Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen um. Innerhalb dieser Landeskirche ist Gera Sitz einer Superintendentur, der zum Aufsichtsbezirk Ost gehört, dessen Kreiskirchenamt sich ebenfalls in Gera befindet. Die heute bestehenden 13 evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden bzw. Pfarrämter gehören somit alle zur Superintendentur Gera.

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. 1894 gründeten sie wieder eine eigene Kirchengemeinde und erbauten die Kirche St. Elisabeth, zu der auch die Katholiken benachbarter Städte und Gemeinden gehörten. Heute hat die Pfarrei St. Elisabeth neben der Hauptkirche auch Kapellen und zwar St. Jakobus in Gera-Langenberg und Maria Geburt in Ronneburg. Ferner gibt es in Gera noch die Pfarrei Hl. Maximilian Kolbe. Die Stadt ist heute Sitz eines Dekanats innerhalb des Bistums Dresden-Meißen.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch noch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Evangelisch-Methodistische Gemeinde (Methodisten), die Freie Evangelische Gemeinde, die Adventgemeinde und die "Christliche Gemeinde". Ferner sind eine Neuapostolische Gemeinde und die Zeugen Jehovas in Gera vertreten. Nichtchristliche Religionen sind in Gera praktisch nicht vorhanden. Das jüdische Leben aus der Zeit vor 1938 wurde nach dem Nationalsozialismus nicht wiederbelebt.

Sehenswürdigkeiten

  • Rathaus (erbaut 1576, Renaissance), das Wahrzeichen der Stadt
  • Marktplatz mit Simson-Brunnen
  • Schloss Osterstein (größtenteils zerstört 1945)
  • Stadtapotheke (mit außergewöhnlichem, reich verziertem Erker)
  • Theater (erbaut 1902)
  • Kirchen St. Johannis (Neogotik), St. Salvator (Barock), St. Marien (Spätgotik), St. Trinitatis
  • Geraer Höhler (frühere Bierkeller)
  • Tierpark (seit 1973)

Infrastruktur

Verkehr

Durch das Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn A 4 Erfurt-Dresden. Die Stadt hat Anschlussstellen in Gera und Gera-Leumnitz, eine weitere (Gera-Bieblach) ist in Planung. Ferner führen die Bundesstraßen B 2, B 7 und B 92 durch Gera. Das Straßennetz in Gera beträgt 507 km. Derzeit sind ca. 56.000 Kraftfahrzeuge in Gera zugelassen.

Gera hat traurige Berühmtheit erlangt als erste deutsche Großstadt, die vollständig vom Fernbahnnetz der Deutschen Bahn AG abgeschnitten wurde. 2002 nahm jedoch der InterConneX von Gera über Berlin nach Rostock den Betrieb auf. Regionalexpress-Linien führen bis München und Göttingen, außerdem in die nahegelegenen ICE-Knotenpunkte Leipzig, Weimar, Jena und Saalfeld. Die Regionalexpress-Linie aus Göttingen führt nach Osten bis Gößnitz. Dort werden die zwei eingesetzten Triebwagen der Baureihe 612 getrennt und fahren anschließend weiter bis Zwickau und Chemnitz. Die Reisezeiten nach Erfurt (1 Stunde 11 Minuten) oder Chemnitz (1 Stunde 46 Minute) bilden allerdings keine ernsthafte Alternative zur parallel verlaufenden A4. Immer wieder wird der zweigleisige und elektrifizierte Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung diskutiert. Gelegentlich wird auch statt der kostspieligen ICE-Strecke Erfurt-Nürnberg eine kürzere Verbindung über Gera diskutiert, deren Realisierung jedoch sehr unwahrscheinlich ist. In Gera befinden sich sieben Bahnhöfe, die jedoch bis auf den Hauptbahnhof und den Südbahnhof nur von Regionalbahnen angefahren werden.

Im Osten der Stadt befindet sich der Landeplatz Gera-Leumnitz, der jedoch nur zum Sportfliegen genutzt wird. Die Flughäfen Leipzig-Halle, Erfurt und Hof sind alle ungefähr gleich weit entfernt, der nächstgelegene Flughafen ist jedoch Altenburg-Nobitz, der von Ryanair und Air Berlin angeflogen wird.

Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen 2 Straßenbahnlinien (eine dritte ist in Bau ) sowie 14 Buslinien der Geraer Verkehrsbetrieb GmbH. Die gegenwärtige Länge des Straßenbahnnetzes beträgt 14,5 km. Die Gesellschaft befördert täglich ca. 60.500 Personen. Daneben wird Gera auch von den Regionalbuslinien der Firma RVG und einiger weiterer Gesellschaften angefahren. Während die zentrale Umsteigestelle des Stadtverkehrs die Haltestelle Heinrichstraße ist, fahren die Regionalbusse vom Busbahnhof in der Nähe des Hauptbahnhofes ab.

Staatliche Einrichtungen

In Gera befindet sich seit 1998 eine der vier deutschen Zweigstellen der BfA (Bundesversicherungsanstalt für Angestellte), neben Berlin, Stralsund und Brandenburg an der Havel. Ferner gibt es ein Kreiswehrersatzamt. An Körperschaften des öffentlichen Rechts gibt es die "Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera" sowie die "Handwerkskammer für Ostthüringen".

Bildung

In Gera gibt es keine Universität und keine Fachhochschule, dafür aber eine Berufsakademie. Mit ca. 40 Schulen hat die Stadt jedoch das komplette Angebot an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Ferner gibt es eine Volkshochschule.

Die Stadt- und Regionalbibliothek mit einer Hauptstelle und 5 Zweigstellen im Stadtgebiet bietet ein umfangreiches Angebot an Literatur.

Freizeit und Sporteinrichtungen

Die Sportanlagen Geras kozentrieren sich hauptsächlich auf den früheren "Hofwiesen" an der Weißen Elster zwischen dem Stadtzentrum und den Stadtteilen Heinrichsgrün und Untermhaus. Hier befinden sich das Stadion der Freundschaft, ein Hallen- und ein Freibad, Tennisplätze sowie eine Rollschnelllaufbahn. Die moderne Vierfeldersporthalle, die 2004 fertiggestellt wurde, soll die alte Erwin-Panndorf-Halle ersetzen.

Das Areal der Hofwiesen soll 2007 ein Kerngebiet der Bundesgartenschau werden. Die Sportstätten sollen dabei harmonisch in das Parkareal eingegliedert werden. Welche Sportanlagen während der Buga genutzt werden können, steht aber noch nicht im Einzelnen fest.

Weitere kleinere Sporthallen und Sportplätze sind über die ganze Stadt verteilt, zu nennen ist hier das Stadion am Steg, wo der 1. FC Gera 03 spielt.

Kultur

Gera besitzt folgende Unterhaltungseinrichtungen (Kino und Theater):

  • Die Bühnen der Stadt Gera - fusionierten 1996 mit dem Theater Altenburg. In Gera werden 3 Häuser bespielt (Großes Haus, Kammerspiele, Kleines Theater im Zentrum)
  • Die beiden nach der Wiedervereinigung noch verbliebenen Kinos schlossen Ende 1997, als die moderne UCI-Kinowelt eröffnet wurde. Im Metropol-Kino finden gelegentlich noch Filmnächte statt.
  • Bekannt auch über die Stadtgrenzen ist das Kabarett "Fettnäppchen" direkt unter dem Rathaus.
  • Kultur- und Kongresszentrum - Das 1981 eröffnete Kultur- und Kongresszentrum wird für die seltenen größeren Veranstaltungen genutzt.

Folgende Museen besitzt Gera:

  • Stadtmuseum
  • Kunstsammlung (Orangerie)
  • Schreibersches Haus (Naturkundemuseum, ältestes Gebäude der Altstadt)
  • Ferbersches Haus (Museum für angewandte Kunst)
  • Otto-Dix-Haus

Veranstaltungen

Im Lauf des Jahres finden in Gera verschiedene Kunst- und Kulturfestivals statt, u.a.

  • Goldener Spatz (seit 2003 gemeinsam mit Erfurt)
  • Geraer Ballett-Tage (seit 1979)
  • Maifest
  • Tierparkfest
  • "Sommernachtstraum" (Stadtparkfest)
  • "Alles Theater" (Theatertage)
  • Höhlerfest
  • Köstritzer Schwarzbiernacht
  • Dahlienfest
  • Geraer Märchenmarkt (Weihnachtsmarkt)
  • 2007 wird Gera mit Ronneburg Austragungsort der Bundesgartenschau sein.

Wirtschaft

Die wichtigsten Wirtschaftszweige vor 1990 haben in Gera heute nur noch eine geringe oder gar keine Bedeutung mehr: Werkzeugmaschinenbau (VEB Wema Union), Textilindustrie (VEB Modedruck), Elektronik und Gerätebau (VEB Elektronik Gera) existieren nicht mehr. Außerdem gab es in Gera Außenstellen von Carl Zeiss Jena sowie eine Brauerei.

Heute sind die größten Firmen Gera-Gewürze (Gewürzherstellung), Gerana (Kosmetikartikel) sowie Othüna (Margarineherstellung). Seit Ende der 1990er entstanden in Gera drei große Einkaufszentren (1998 Gera-Arcaden, 2000 Amthor-Passage, 2003 Elster-Forum). Die Arbeitslosenquote betrug 2002 19,2%, das entspricht 10.400 Arbeitslosen.

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